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Interviews Spezial - Interview mit Markus Cramer: "Die Sportler sind natürlich schon sehr enttäuscht darüber" |
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| 13.05.2010 | ||
Spezial - Interview mit Markus Cramer: "Die Sportler sind natürlich schon sehr enttäuscht darüber"Info: Weitere Sportlerinterviews und Terminplan | Zu allen Berichten von Markus Cramer aus dem WinterAutor: Johann Reinhardt Für ein Interview stand LiVE-Wintersport mit Markus Cramer ein interessanter Trainer bereit. Er war noch in der letzten Saison Cheftrainer im Langlaufbereich der Schweiz und war mit dabei, als Dario Cologna seine Goldmedaille in Vancoover geholt hat. Nun wird er als Cheftrainer im Nachwuchsbereich des DSV tätig sein. Im Interview geht es um die letzte Saison, die Zukunft der Schweizer Langläufer, seine Beweggründe wieder beim DSV zu arbeiten und seine Ziele im Juniorenbereich. In der letzten Saison holte Dario Cologna Gold bei den Olympischen Spielen, die Damen waren ziemlich schwach. Was ziehen Sie für ein Fazit? Die Herren waren mit Cologna und der Goldmedaille, also dem Olympiasieg, natürlich top. Die Damen waren ganz einfach schlecht aus diversen Gründen, das muss man so sagen. Da gab es gesundheitliche Probleme und auch andere Geschichten, die zu den schlechten Resultaten geführt haben. Wobei man bei den Sprinterinnen schon sehen kann, dass die sich ganz gut entwickelt haben. Also sprich Bettina Gruber, Doris Trachsel und dann auch zum Schluss Silvana Bucher in Oslo mit dem sechsten Platz. Die Damen hängen den Herren deutlich hinterher. Während die Herren mehrere Top ten Ergebnisse einfuhren, war so etwas bei den Damen nur die Seltenheit. Woran liegt das? Die beiden Athletinnen, wo man es eigentlich von erwarten konnte oder sollte in die Top ten zu kommen waren Laurence Rochat und Seraina Mischol. Diese hatten aber auch das ganze Jahr mit Verletzungen, Operationen und Krankheiten zutun. Sie konnten nie richtig durchgängig trainieren. Dann passiert leider so etwas, dass man dann auch keine Leistung bringen kann. In der nächsten Saison sind Sie kein Trainer mehr im Schweizer Team. Woran liegt das? Es ist ja immer so, dass es nach Olympia Veränderungen gibt. Für mich war immer klar, dass ich erstmal bis 2010 mache und dann weiter schaue. Jetzt ist es so, dass ich in Deutschland wieder anfange und Cheftrainer im Nachwuchs bin. Das ist natürlich für mich ein Job, der genauso schön und attraktiv ist wie Cheftrainer in der Schweiz zu sein. Deshalb muss man immer schauen, wie man sich dann beruflich weiter entwickelt bzw. wo einen dann die Wege hinführen. Es ist eigentlich auch ganz normal, dass es nach Olympia solche Wechsel dann gibt. Wann beginnt ihre Arbeit? Welche Athleten werden Sie betreuen? Ich fange am ersten Juli in Deutschland an und bin verantwortlich für den ganzen Nachwuchs. Das heißt für die Junioren und Juniorinnen bzw. auch für den C und D-Kader. Das ist bei der Leistungsdichte in Deutschland natürlich eine sehr attraktive Aufgabe. Ich bin sehr froh, dass ich das machen darf. Was sind ihre Ziele im Nachwuchsbereich. Wissen Sie schon, was Sie mit den Junioren und Juniorinnen erreichen oder Dinge verbessern wollen? Ziel sind natürlich immer die Junioren-Weltmeisterschaften, die im nächsten Jahr Ende Januar in Otepää sind. Das ist natürlich immer ein wichtiger Höhepunkt. In Deutschland gibt es sehr gute Strukturen im Nachwuchs und man ist natürlich auch immer abhängig von den Athleten, die man hat. Es gibt mal sehr große Talente, wie zum Beispiel Tim Tscharnke vor ein paar Jahren. Es gibt vielleicht auch einmal Jahrgänge, die nicht so talentiert sind. Das Ziel ist einfach möglichst viele dann weiter zu bringen in den U23 und Seniorenbereich, sodass diese dann die vielleicht entstehende Lücke schließen können. Gucken wir noch einmal auf die Schweiz. Mit Trond Nystad, Fredrik Aukland und ihnen gingen drei wichtige Trainer. Wie nahmen das die Sportler auf? Das ist leider auch so ein Punkt gewesen, dass das was wir in den letzten drei Jahren aufgebaut haben so ein bisschen zusammenfällt. Die Sportler sind natürlich schon sehr enttäuscht darüber. Soviel ich weiß, gibt es bis heute auch noch nicht einen richtigen Nachfolger bzw. neuen Trainer. Die Verantwortlichen sind sicher daran zu suchen. Man sieht aber, dass es ziemlich lange dauert und es doch nicht so einfach ist, die entsprechenden Trainer zu finden. Ich hoffe nur für die Zukunft, dass man gute Trainer findet, die die hoffnungsvollen Ergebnisse vorsetzen können. Auf welcher Seite stehen Sie im nächsten Jahr bei Weltcuprennen? Drücken Sie eher den Schweizern oder den Deutschen die Daumen? Ich arbeite jetzt wieder für den DSV und da ist es natürlich klar, dass ich in erster Linie jetzt da erstmal schaue. Aber natürlich schlägt mein Herz auch weiterhin ein wenig für die Schweiz. Was wir da erreicht haben in den letzten drei Jahren ist wirklich sehr schön und gut gewesen. Das beobachtet man natürlich weiter. Es würde mich natürlich freuen, wenn die Ergebnisse einigermaßen so weiter gehen. Das ist ganz klar. Hat es Sie auch dazu bewogen zum DSV zurück zu kommen, weil einige alte Bekannte von früher, wie zum Beispiel Jochen Behle, noch dort tätig sind? Ja klar, logisch. Es gab im Winter da schon Gespräche bzw. Anfragen. So hat sich das dann weiter entwickelt. Die Aufgabe ist für mich auf jedem Fall kein Rückschritt. Im Gegenteil: es ist eine Aufgabe, die ich schon ein paar Jahre gemacht habe und die sehr spannend sowie dankbar ist. Ich hoffe, dass wir da einfach für guten Nachwuchs in Deutschland sorgen können. Sie sagten, es wäre kein Rückschritt. Für mich hört es sich aber interessanter an, wenn man Athleten wie Dario Cologna oder Toni Livers trainiert. Olympiasieger zu trainieren ist natürlich immer eine reizvolle und schöne Aufgabe. Ich habe eben gelesen, dass der schwedische Damentrainer auch aufgehört hat. Das ist genau das, was er auch sagt. Wenn man mehr als 200 Tage im Jahr unterwegs ist, ist es natürlich auch schwierig mit Familie und allem. Das kann man einfach nur ein paar Jahre machen. Ich habe das nun drei Jahre gemacht und viel bewegt sowie erreicht. Jetzt geht es eben auf der anderen Ebene weiter, genauso motiviert und engagiert. Gab es Erfahrungen die Sie gemacht haben und an die sie sich noch in Jahren zurück erinnern werden? Ja, natürlich. Ganz besonders an die Olympia-Goldmedaille vom Dario. Dann hat er Gesamtweltcup und Tour de Ski gewonnen. Es gab sehr gute Einzelresultate auch von den anderen Athleten. Zum Beispiel von Seraina Mischol im ersten Jahr. Ich erlebte viele sehr schöne Sachen, aber ganz besonders gerne erinnere ich mich an das ganze Team. Die Trainer, Betreuer und Athleten hatten immer ein gutes und harmonisches Verhältnis. Ich glaube, nur dann ist es möglich solche Resultate zu machen, wenn es rundum stimmt. Das war ganz einfach der Fall. Werden Sie im nächsten Jahr im Europacup dabei sein? Richtig. Unsere Wettkampfebene ist der Europacup oder Continentalcup, wo dann auch der nicht im Weltcup startende B-Kader hinzu kommt sowie eben unsere Junioren-Mannschaft. Außerdem wird dann eben die Junioren-Weltmeisterschaft und U23-WM unser Betätigungsfeld sein. Wir bedanken uns bei Markus Cramer für das Interview und wünschen ihm viel Erfolg und Spaß bei seiner neuen Aufgabe als Cheftrainer im Nachwuchsbereich des DSV. |
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13.05.2010 | |
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